Bei der Serie Orte werden Bilder geht es um das künstlerische Erforschen eines ehemaligen Erzabbaugebietes in Hessen, der so genannten „Weickartshainer Schweiz“. Dabei wurden die in unterschiedlichen Medien verankerten und dokumentierten räumlich-zeitlichen, soziokulturellen, gesellschaftspolitischen, architektonischen und nicht zuletzt ästhetischen Dimensionen des Ortes recherchiert und zusammengetragen, um sie in einem weiteren Schritt digital zu verschmelzen. Hierzu gehören u.a. Fotos von damals und heute, Fotogramme, auf denen die Natur auf neue Art und Weise sichtbar wird, Erzählungen und Gedichte, die in Büchern oder im Internet zu finden sind, eigene Notizen über Gedanken und Empfindungen beim Erkunden des Ortes und auch der Schriftverkehr, der in Verbindung mit dem Zustandekommen des Projektes steht. Ihrer ursprünglichen Chronologie und Historizität enthoben bekommen die Dokumentationen eine neuartige ästhetische Präsenz. In ihr verbinden sich Vergangenheit und Zukunft, Fremdes und Vertrautes, Fernes und Nahes, Text und Bild, Materielles und Immaterielles, Erinnern und Vergessen.
Who did not, apart from a few men possibly, play with a barbie in her childhood? Dressing, changing and masquerading barbie were part of a daily ritual and questions of hairstyle and charisma were raised anew each day. When my barbie was beautifully dressed I also felt fine, when she was styled well I wasn`t afraid of comparing myself with others. Reduced in form and colour, the fotograms too open up opportunities of dressing, changing and masquerading, thus reflecting the early childlike way of playing with one`s own desires and imaginations.
Anja Mohr 2006
Bei meiner künstlerisch-praktischen Auseinandersetzung spielt das Fotogramm immer eine zentrale Rolle. Angesichts der technischen Verfahrensweise eigentlich ein Unikat, binde ich das Fotogramm häufig in weitere künstlerische Prozesse ein. Es entstehen u.a. Lichtinstallationen und Computer-Fotogramm-Collagen. Dem Fotogramm werden im Gegensatz zur Fotografie seit je her Eigenschaften zugesprochen, die jenseits der tatsächlichen Darstellung von Realität liegen: Materie wird entmaterialisiert; Realität schlägt um in Surrealität; andersgeartete Wirklichkeit und imaginäre Räumlichkeit werden suggeriert. Zu Beginn des 21. Jh., in dem die mediale Wahrnehmung von Realität und das Beschreiten virtueller Räume schon fast zum täglichen Leben gehören, scheinen diese Begriffe für mich gegenwärtiger denn je. Mit Mitteln der Verfremdung und Abstraktion möchte ich vertraute Sehgewohnheiten und Handlungsschemata hinterfragen und neue Perspektiven und ungewöhnliche Blickwinkel eröffnen.

